Jahresrückblick: ÖHB-Nachwuchs schreibt Geschichte
"Ich habe mit der wahrscheinlich besten Generation Österreichs gearbeitet“, schwärmte der mittlerweile Ex-Teamchef Michael Draca von seinem 04er-Jahrgang. Dieser geht allgemein als einer der erfolgreichsten Jahrgänge bei den Männern in die ÖHB-Historie ein. Bei der U19-WM 2023 sorgte man mit Rang 13 bereits für das beste Ergebnis bei einer Nachwuchs-WM bei den Männern. Im Vorjahr, bei der Men´s 20 EHF EURO 2024, stellte man mit Rang 6 das bisher beste Ergebnis ein, für das zuvor der Jahrgang 1994 bei der U20-EURO 2014 mit den heutigen Nationalteam-Spielern Mykola Bilyk, Sebastian Frimmel, Lukas Herburger, Tobias Wagner und Florian Kaiper, sorgte.
Nun, bei der U21-WM 2025 in Polen fügte man der eigenen Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu. Mit drei Siegen in der Vorrunde nahm man zwei Punkte mit in die Hauptrunde, in der man Slowenien 27:28 unterlag und Norwegen ein 27:27 abrang. Ein Tor fehlte am Ende, um ins Viertelfinale einzuziehen.
Als Gruppendritter in der Hauptrunde, ging es stattdessen weiter um die Plätze 9 - 12. Im Kreuzspiel musste man sich nach verschlafener erster Halbzeit Frankreich 24:27 beugen, rehabilitierte sich dafür aber im Spiel um Platz 11 gegen Kroatien.
Ein überragender Leon Bergmann im Tor, eine konsequente Deckung und variantenreiches Spiel im Angriff waren die Erfolgsrezepte, mit denen man sämtliche Nationen vor Probleme stellte, oder so wie Kroatien im abschließenden Spiel in die Schranken wies.
W19 EHF EURO: Österreich beendet sensationelle EURO auf Rang 4
Siege über die Türkei, die Niederlande, Norwegen und Frankreich spülten Österreichs Jugend-Nationalteam der Frauen bei der Women´s 19 EHF EURO 2025 in ein Medaillenspiel. Die klare Niederlage im Spiel um Platz 3 gegen Dänemark trübte dabei eine aus österreichischer Sicht sensationelle EURO keineswegs. Zudem ist man automatisch für die W20 WM im kommenden Jahr qualifiziert.
"Ich habe vor dem Turnier zu meiner Mannschaft gesagt, dass wir bei dieser EURO einen Berg erklimmen müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Dass wir diesen Berg sogar versetzen, damit habe selbst ich nicht gerechnet", zeigte sich Teamchef Miro Barisic voller Stolz über Platz 4. Und das zurecht. Österreichs U19-Frauen Nationalteam hat sich unter die vier besten Nationen der Welt gespielt und sich über das gesamte Turnier hinweg viel Respekt erarbeitet.
W17 EHF EURO: Mit Kraftakt Ticket für die W19 EURO gesichert
Es war ein Kraftakt auf mentaler wie körperlicher Ebene, der sich am Ende mehr als auszahlte. Österreichs Juniorinnen-Nationalteam Jahrgang 2008 sah sich nach dem Sieg über Rumänien und zwei Niederlagen in der Vorrunde in der Intermediate Round, in der man sich gegen Litauen eine Motivationsspritze holte. Nach weiteren Siegen über die Türkei und nochmals Litauen beendete man die W17 EHF EURO auf Rang 19, wodurch man sich im Endspurt noch die Teilnahme an der W19 EHF EURO 2027 sicherte.
„Wir freuen uns über diesen Sieg und dass wir damit das Ticket zur Europameisterschaft in zwei Jahren gelöst haben“, zeigte sich auch Teamchefin Simona Spiridon erleichtert, fügte allerdings hinzu: „Wir wollten mehr als Platz 19.“
U19-WM der Männer: Mentaler und körperlicher Kraftakt sorgt für versöhnlichen Abschluss
Nach Teils knappen und bitteren Niederlagen in der Vor- und Hauptrunde der U19-WM in Ägypten, sicherte man sich nach einem wahren Siebenmeter-Krimi gegen Saudi-Arabien Platz 15. Die Auftritte der Schützlinge von Teamchefin Sandra Zapletal waren allerdings ein Versprechen für die Zukunft.
Denn wer gegen Portugal 37:36 gewinnt, dem amtierenden Europameister in dieser Alterskategorie Schweden lediglich 32:34 unterliegt und Ungarn an den Rand einer Niederlage drängt, den vermutet man in der Endabrechnung zumindest unter den Top 10 einer WM.
Platz 15 spiegelt jedenfalls das Talent der jungen ÖHB-Auswahl nicht wider. „Ich denke, es haben nach diesem Turnier alle die Motivation noch besser zu werden, hart zu arbeiten und einen Schritt nach vorne zu machen“, ließ Sandra Zapletal zu keinem Zeitpunkt Enttäuschung zu, sondern kehrte die Teils bitteren Erfahrungen direkt in etwas Positives um.