Teamchef Miro Barisic zieht mehr als zufriedene EURO-Bilanz
Acht Tage Vorbereitung inklusive zwei freundschaftlicher Länderspiele gegen die Türkei waren eine ideale Basis für das, was folgte. Zudem arbeiteten die Spielerinnen fleißig die Trainingspläne von Athletik-Coach Dominik Talir im Vorfeld ab. „Wir sind in dieser Phase verletzungsfrei geblieben, was zunächst das Wichtigste war. Zudem haben wir sehr genau auf die Regeneration geachtet. Denn nur wenn wir fit zur EURO reisen, können wir auch unsere Ziele erreichen. Das war uns von Beginn an klar“, erzählt Miro Barisic.
Die volle Aufmerksamkeit galt dem Auftaktspiel gegen Kroatien. Die Deckung arbeitete bereits zufriedenstellend, doch die Fehlerquote im Angriff stach heraus. „Wir haben darauf sofort reagiert und taktisch einige Anpassungen vorgenommen. Wir haben auch immer das Gespräch mit den Spielerinnen gesucht. Das war ein weiterer Schlüssel, denn mit Zusammenhalt, Motivation und positiver Energie, kann man viel erreichen. Es war wichtig, dass wir diese positive Atmosphäre schaffen.“
Für die Partien gegen die Türkei und die Niederlande gab Miro Barisic seinem Team einen Plan mit. Ihm war aber klar: „Sie müssen daran glauben, sonst wird das nichts.“ Entsprechend hat man sich nach der bitteren Auftaktniederlage intensiv dem mentalen Bereich gewidmet.
„Gegen die Türkei haben die Spielerinnen unsere Vorgaben perfekt umgesetzt. Dieser Sieg war wichtig. Dadurch ist auch die Moral gleich gestiegen. Die Niederlande ist eine starke Nation. In diesem Spiel hat man den Willen und den Kampfgeist unserer Mannschaft gesehen und gespürt. Wir waren die deutlich bessere Mannschaft“, blickt Barisic zurecht stolz auf die Vorrunde zurück.
Was dann folgte, sorgte für zusätzliche Schlagzeilen, denn mit Norwegen wartete direkt die nächste Großmacht im Frauen-Handball und wieder hat man dem Team klar gemacht, dass auch die Skandinavierinnen nur mit Wasser kochen. „Die Spielerinnen haben daran geglaubt, dass was wir machen, funktioniert. Dieser Sieg hat die Tür zum Viertelfinale geöffnet.“ Die anschließende Niederlage gegen Titelverteidiger Frankreich steckte man locker weg und analysierte die Partie für das neuerliche Duell im Viertelfinale eingehend.
„Wir waren in der Deckung viel besser als Frankreich. Lediglich die Wurfquote galt es zu verbessern. Ich denke nicht, dass Frankreich uns im zweiten Spiel unterschätzt hat. Unser Spiel hat einfach funktioniert.“
Gegen Weltmeister Spanien hat es im Halbfinale schließlich nicht gereicht und im Spiel um Platz 3 gegen Dänemark zollte man zusätzlich dem intensiven Programm Tribut.
Miro Barisic: „Unsere Deckung ist wirklich wunderbar und wir werden sie weiter verbessern. Wir wissen nach diesem Turnier sehr genau, woran wir arbeiten müssen. Wir werden uns für den Angriff einige Varianten zurechtlegen. Ich weiß jetzt genau, was zu jeder einzelnen Spielerin passt und darauf werden wir eingehen.“
„Ich bin stolz auf das gesamte Team, auch auf meinen Co-Trainer Florian Hössl, unsere Physiotherapeutin Nike Theisl und unsere Teammanagerin Jessica Magg, die allesamt unglaubliches geleistet haben in diesen zwei Wochen. Wir haben als Team bei dieser EURO aufgezeigt und dafür unglaubliche Reaktionen geerntet von den anderen Nationen. Wir wurden von allen Seiten gelobt und es wurde betont, dass dies kein Zufall ist, wenn man Nationen wie Norwegen, die Niederlande oder Frankreich hintereinander besiegt.“
„Uns muss jetzt aber auch klar sein, dass wir keine Unbekannte mehr sind. Unsere Gegner werden uns nun mit anderen Augen betrachten. Oberste Priorität hat nun, dass wir dieses Niveau halten. Wir werden uns mit allen Nachwuchs-Trainerinnen und -Trainern, mit Teamchefin Monique Tijsterman und mit Sportdirektor Patrick Fölser zusammensetzen und uns gemeinsam anschauen, was wir verbessern können. Wenn alle an einem Tisch sitzen und an einem Strang ziehen um die Ausbildung weiter voranzutreiben, können wir Spielerinnen für das A-Nationalteam ausbilden. Und das ist unsere Aufgabe. Der Schritt in die A-Nationalmannschaft ist ein großer. Dafür muss man physisch, körperlich wie auch mental und spielerisch bereit sein. Allen Spielerinnen muss klar sein, dass es eine Ehre ist und dass es etwas Besonderes ist, für Österreich zu spielen.“